18.09.2025
Bremen feiert starkes Quartiersprogramm für Zusammenhalt und Teilhabe
Seit 1998 sorgt das Programm „Wohnen in Nachbarschaften“ (WiN) dafür, dass Nachbarschaften zusammenwachsen, Menschen sich begegnen und gemeinsam ihre Stadtteile gestalten.
Mehr als 200 Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Initiativen und den Quartieren haben bei der Jubiläumsfeier in der Oberen Rathaushalle dieses bremische Erfolgsmodell gewürdigt. Das Jubiläum bot nicht nur Raum für Rückblicke, sondern auch für einen Ausblick auf die kommenden Jahre.
Moderne Stadtentwicklung bringt zusammen
Özlem Ünsal, Senatorin für Mobilität, Bau und Verkehr, betonte in ihrem Grußwort: „Mit Wohnen in Nachbarschaften zeigen wir seit mittlerweile über 25 Jahren, wie moderne Stadtentwicklung in Bremen funktioniert: sozial, lebendig und gemeinsam gestaltet. WiN bringt Menschen zusammen, stärkt unsere Nachbarschaften und gibt den Quartieren eine starke Stimme.“
„Wir bauen Gemeinschaft“
„Zusammen mit der Städtebauförderung schaffen wir nicht nur Räume aus Stein und Beton, sondern Orte der Begegnung und der Teilhabe. Bremen baut nicht nur Häuser – wir bauen Gemeinschaft. Dieses einzigartige Zusammenspiel von Bauen und sozialem Engagement stärkt Bremen und seine Quartiere. Wir werden es mit voller Energie und Entschlossenheit weiterentwickeln“, ergänzt die Senatorin Ünsa.
WiN als einzigartiges Zusammenspiel von Bauen und sozialer Arbeit
Das Programm WiN verbindet soziale Quartiersarbeit mit baulicher Stadtentwicklung. Während die Städtebauförderung Räume schafft – von Nachbarschaftszentren bis zu lebendigen Plätzen –, füllt WiN diese Räume mit Leben: mit Kulturprojekten, Nachbarschaftsfesten, Bildungsangeboten, Sprachkursen, Gesundheits- und Präventionsprojekten sowie vielen weiteren Initiativen.
Bewährte Förderung – durch vielfältige Funktion
Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration: „Wohnen in Nachbarschaften kann alles: Spracherwerb, Arbeitsmarktorientierung, Erwachsenenbildung, Nachhilfe für Kinder und Jugendliche, selbst neue Spielplätze. Ich kenne kaum ein anderes Förderprogramm, dass sich so bewährt hat.“
Ressortübergreifende Zusammenarbeit schafft Verbesserungen
„Durch eine beispielhafte ressortübergreifende Zusammenarbeit von Sozial- und Bauressort haben wir bislang in sogenannten besonders belasteten Quartieren rund 6.700 Projekte zu den unterschiedlichsten Themen realisiert. Sie haben die Wohn- und Lebensverhältnisse von vielen Bremerinnen und Bremern nachhaltig verbessert“, so Senatorin Schilling.
Sie ergänzt: „Durch die großen Entscheidungsspielräume für die Menschen vor Ort ist Wohnen in Nachbarschaften ein gelebtes Beispiel für Demokratie, und gleichzeitig auch für Selbsthilfe und Selbstwirksamkeit.“
Erfolgsgeschichte aus den Quartieren
In der Talkrunde des Abends kamen sowohl die Gründerinnen und Gründer der ersten Stunde als auch heutige Aktive zu Wort. Sie schilderten, wie WiN seit 1998 gewachsen ist und sich stets den Herausforderungen der Zeit gestellt hat – von der Integration Geflüchteter über Bildungsangebote bis hin zu Projekten für ältere Menschen.
Dabei ist deutlich geworden, dass das Programm insbesondere durch die Quartiersmanagerinnen und -manager sowie durch Angebote in den Quartierszentren sichtbar wird.
Beispiele für erfolgreiche WiN-Projekte:
WiN bleibt eng verzahnt mit der Städtebauförderung
Das Programm „Wohnen in Nachbarschaften“ geht seit seiner Gründung in zahlreichen Gebieten Hand in Hand mit der Städtebauförderung. Während mit der investiv ausgerichteten Städtebauförderung städtebauliche Missstände behoben und bauliche Impulse neu gesetzt werden, wird der Stadtumbau über WiN-Projekte mit Bewohnerinnen und Bewohnern begleitet.
Etwa 130 Millionen Euro Städtebaufördermittel
So konnte in allen WiN-Gebieten in den letzten 25 Jahren zusätzlich zur Förderung aus „Wohnen in Nachbarschaften“ insgesamt auch etwa 130 Millionen Euro Städtebaufördermittel in die Quartiere investiert werden – davon ein Drittel Bundesanteil.
Pluspunkte für Huckeriede und Hemelingen
Die Erfolge werden zum Beispiel im jüngst aus den Programmen entlassenen Fördergebiet Huckelriede besonders sichtbar. Dort ist mit rund einer Million Euro Städtebauförderung ein neues Quartierszentrum auf dem Cambrai-Dreieck entstanden, das unter anderem durch das Quartiersmanagement sowie durch WiN-Projekte vor Ort intensiv genutzt wird.
In Hemelingen ist das Quartierszentrum „Mobile“ der Dreh- und Angelpunkt für die Umsetzung von WiN-Projekten im Quartier. Auch dieses Zentrum wurde mit etwa einer Million Euro Städtebauförderung gefördert.
Blick in die Zukunft: Es geht verlässlich weiter
Damit WiN auch in Zukunft seine Wirkung entfalten kann, bereiten die Ressorts bereits jetzt die nächste Förderperiode 2026 – 2031 vor. Ziel ist eine stabile und verlässliche Finanzierung, eine klare Verzahnung mit der Städtebauförderung und weiteren Programmen sowie schlanke Verfahren für die Arbeit vor Ort.
Ziel: WiN langfristig absichern
Nachbarschaften brauchen verlässliche Strukturen und Menschen vor Ort brauchen Planungssicherheit. Das Ziel ist, WiN langfristig abzusichern, damit dieses Programm auch weiterhin einen Unterschied machen kann – für die Stadtteile und für Bremen insgesamt.
Jubiläumsfeier ehrt Engagierte
Bremen ist das Land der Quartiere, weil Menschen hier Verantwortung übernehmen, sich einbringen und zusammenhalten. Ohne das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, Träger und Quartiersmanagerinnen und –manager wäre dieser Erfolg nicht möglich. Dafür gab es beim Jubiläum großen Dank und Anerkennung.
Quelle: Senatspressestelle dere Freien Hansestadt Bremen, Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung / Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Pressemeldung, 18.09.2025
